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Lieber Leser,
ich bin 38 Jahre alt und lebe seit zehn Jahren in Vaihingen/Enz. Als studierter Techniker arbeite ich bei der Schober GmbH in Eberdingen/Hochdorf.Im Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung engagiere ich mich seit einigen Jahren für den Schutz unserer Grundrechte. Seit meinem Eintritt in die Piratenpartei 2009 bin ich dort u.a. als stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Ludwigsburg tätig.
Am 3. Juli wählt Ludwigsburg seinen Oberbürgermeister. Alle acht Jahre haben Sie als Ludwigsburger die Möglichkeit, mitzubestimmen, welchen Weg Ihre Stadt einschlagen soll. Nur 26% haben bei der letzten OB-Wahl Gebrauch von ihrem demokratischen Recht gemacht. Ein deutlich schlechteres Ergebnis als in den meisten anderen Städten des Landes.
Für dieses Jahr erhoffe ich mir eine deutlich höhere Beteiligung. Drücken Sie Ihre Zufriedenheit und besonders auch Ihre Unzufriedenheit durch die Wahl aus. Nur so kommt die Nachricht wirksam an und die Politik kann oder muss sogar reagieren. Ich freue mich natürlich, wenn Sie mir Ihre Stimme geben, aber die Hauptsache ist, dass Sie wählen gehen!
Nur alle acht Jahre zur Wahl zu gehen, genügt jedoch nicht. Stattdessen wünsche ich mir für Ludwigsburg regelmäßige Bürgerbeteiligung. Ein Beispiel dafür ist ein Bürgerhaushalt, wie er in vielen Städten, so auch in Stuttgart, eingeführt wird. Ein Bürgerhaushalt ist ein dauerhaftes Verfahren, durch das die Bürger in Zusammenarbeit mit der Verwaltung vom Einbringen eigener Ideen, über öffentliche Diskussionen bis hin zur Entscheidung an Teilen des Haushaltes mitwirken.
Mit meiner Bewerbung zum Oberbürgermeister Ludwigsburgs betrete ich politisches Neuland, in das ich mich natürlich einarbeiten muss. Während des Wahlkampfes zur Landtagswahl fiel mir in Gesprächen und Diskussionen mit Bürgern auf, dass es durchaus auch Unzufriedenheit mit dem Amtsinhaber gibt. Diese Unzufriedenheit sollten die Bürger der Stadt auch auf dem Wahlzettel ausdrücken können. Da ich nicht in Verbindung zu den Mandatsträgern im Gemeinderat stehe, ist meine politische Neutralität sichergestellt.
Gerne beantworte ich Ihre Fragen.
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Es grüßt Sie herzlich
Thomas Lambeck
Persönliches
Geboren wurde ich am 23. Dezember 1972 in Pritzwalk (Brandenburg). Von 1979 bis 1989 besuchte ich die Polytechnische Oberschule in meiner Heimatstadt.
1989 ging ich für mein Studium zum Staatlich geprüften Techniker für Maschinenbau, Fachrichtung Fertigungstechnologie nach Magdeburg. Dort erlebte ich auch die Zeit der Wende. Für die Anerkennung meines Studiums wurde es notwendig, im Anschluss ein 1-jähriges Praktikum zu absolvieren. Dieses schloss sich von 1992 bis 1993 in der Nähe von Stade an. Dort habe ich ein Gefühl für das bekommen, was viele heutige Studierende im Anschluss an ihr Studium erleben: Arbeiten als unbezahlter Praktikant.
Da mich meine Eltern finanziell unterstützten, musste ich mich nicht mit einem Nebenjob über Wasser halten und konnte parallel zum Praktikum die Fachhochschulreife erreichen. Im Anschluss daran, leistete ich von Oktober 1993 bis September 1994 meinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr.
Da sich nach der Wiedervereinigung die wirtschaftliche Situation in meiner Heimatstadt anders als geplant entwickelte, arbeitete ich nach dem Studium nicht im Bereich Maschinenbau sondern in anderen Bereichen unter anderem als Servicetechniker für Kopiergeräte - zum Teil im Außendienst.
Parallel dazu begann ich damit, mich mit der PC-Technik (und dem Internet) zu beschäftigen, welche sich allmählich von ihrem Nischendasein für Außenseiter hin zu einem ganz normalen Bestandteil jedes Haushalts entwickelten.
Im Sommer 2000 landete ich kurzentschlossen und auch gänzlich ungeplant hier in Vaihingen an der Enz. Die Vorhersagen, ich würde von den komischen Leuten im Schwabenlande sicher bald die Nase voll haben, bewahrheiteten sich nicht. Ganz im Gegenteil. Ich wurde von Nachbarn, Vereinskameraden und Kollegen freundlich aufgenommen und habe mich innerhalb von Tagen wohlgefühlt. Ich arbeite seitdem in einer mittelständischen Firma und erstelle dort technische Dokumentationen.
Was tue ich in meiner Freizeit?
In den 10 Jahren meiner Schulzeit spielte ich im örtlichen Hockey-Verein. Aber während des Studiums entdeckte ich meine Leidenschaft für die Kampfkünste und übe mich seit dem in der traditionellen japanischen Kampfkunst Karate. Dabei schätze ich diese Kampfkunst nicht nur wegen des körperlichen sondern vor allem auch wegen des mentalen Trainings. Nachdem ich im letzten Jahr einen Nachwuchstrainer-Lehrgang besucht habe übernehme ich manchmal ein Anfängertraining.
Wenn es meine Terminplanung erlaubt, genieße ich (leider viel zu selten) zur Abwechslung auch mal eine kleine Tour mit dem Fahrrad oder lese ein Buch.
Politisches Engagement
Die Bestrebungen zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland führten mich im Jahr 2006 zum Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.
Dort erlebte ich, wie sich aus einer kleinen Gruppe von Aktivisten, die in einem Internetforum entstand, eine Bewegung entwickelte, die die größte Verfassungsbeschwerde in der Geschichte der Bundesrepublik auf den Weg brachte. Menschen mit ganz unterschiedlichen politischen Einstellungen, die eine gemeinsame Idee vereinte:
Kasseler Vision
Auf dem Bundeskongress des AK Vorrat im Jahr 2008 war ich an der Ausarbeitung unserer "Kasseler Vision" beteiligt, die von allen Anwesenden unterzeichnet wurde. Ich stehe absolut hinter der Aussage dieser Vision: "Die Souveränität des Menschen über seine Daten ist Voraussetzung für die Wahrnehmung seiner Freiheit. Unsere Vision ist eine Kultur, in der die Privatsphäre wieder als eines der wertvollsten Güter angesehen wird. Der Schutz persönlicher Daten ist in unserer modernen Welt unverzichtbar für die Integrität und Eigenständigkeit der Persönlichkeit eines jeden Menschen. Deshalb ist für uns der Schutz persönlicher Daten ebenso wichtig wie der Schutz der körperlichen Unversehrtheit."
Es war mein Wunsch, zur Umsetzung dieser Vision beizutragen, der mich schließlich zur Piratenpartei führte, weil ich nur hier das Gefühl hatte, mit Idealisten zusammen zu sein, die sich glaubwürdig für diese Ziele einsetzen.
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