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Ursula von der Leyen als neue Bundespräsidentin? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Lambeck   
Donnerstag, den 03. Juni 2010 um 16:02 Uhr

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Das erste Mal in unserer Geschichte ist der Bundespräsident zurückgetreten. Gewünscht hat man sich das von vielen anderen Politikern, erwartet schon bei weniger, aber Horst Köhlers Rücktritt wird für die meisten Menschen eine Überraschung gewesen sein.

Nun ist guter Rat teuer. Wer soll dieses höchste repräsentative Amt der Bundesrepublik bekleiden? In offenbar großer Hektik werden jetzt Kandidaten ins Spiel gebracht. Unter anderem Ursula von der Leyen, die von der BILD schon als Favoritin deklariert wird.

Ursula von der Leyen - inzwischen wohl besser bekannt als Zensursula?

Ist es die Tatsache, dass sie in den Medien irreführenderweise als das Vorzeugemodell der in Karriere und Politik erfolgreichen mehrfachen Mutter dargestellt wird? Darüber wurde schon viel geschrieben.
Zum Beispiel hier und hier.

Was aber sind ihre "Erfolge" in der Politik der letzten Jahre?

Frau von der Leyen, die sich als Bundesfamilienministerin in einem säkularen Staat für christliche Werte als Grundlage der Kindererziehung eingesetzt hat und damit "stärkere Akzente in der frühkindlichen Erziehung" setzen wollte? Verbunden mit ihrem "Kindergarten-Zwangsjahr"?

Frau von der Leyen, die sich als Bundesfamilienministerin so vehement und nicht nur einmal mit populistischen Behauptungen und glatten Lügen für Internetsperren eingesetzt hat? Auch von den ihrer Meinung nach "unterirdischen Gutachten" des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages lässt sie sich nicht von ihrem Weg abbringen.

Frau von der Leyen behauptet auch schon mal im Radio, dass 20% der Internetnutzer, zu großen Teilen schwer pädokriminell sind!

Und mit ihren Behauptungen, es gäbe Staaten, in denen Kinderpornographie erlaubt wäre - zum Beispiel Indien, hat sie bereits für diplomatische Verstimmungen gesorgt.

Auch als Bundesministerin für Arbeit und Soziales machte sie sich sofort ans Werk. Am meisten brannte ihr offenbar unter den Nägeln, das schlechte Image von Hartz IV mit einem neuen Namen zu bekämpfen.

Dies ist unsere Wahl für dieses ehrwürdige Amt?

Politiker, die wie Frau von der Leyen mit Populismus Stimmung für ihre Symbolpolitik machen, mit Verleumdungen das Vertrauen einer ganzen Generation in die Politik zerstören oder mit Lügen über andere Staaten für diplomatische Verstimmungen sorgen, sind ganz sicher nicht die beste Wahl für das Amt des Bundespräsidenten.

Ich stelle mir da eher eine Persönlichkeit vor, die in der Vergangenheit gezeigt hat, dass sie das Grundgesetz tatsächlich noch als die Grundlage unseres Zusammenlebens ansieht. Vielleicht würde der letzte Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier in die Bresche springen?

Update:
Offenbar ist Ursula von der Leyen inzwischen aus dem Rennen. Hoffen wir, dass es dabei bleibt.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 31. August 2010 um 20:58 Uhr
 

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