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| Eine unerträgliche Diskussion geht in eine weitere Runde |
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| Geschrieben von: Hagen Seifert |
| Montag, den 19. April 2010 um 12:47 Uhr |
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Wir hatten alle gehofft, das Thema wäre endlich vom Tisch und statt großer Reden würden die kinderpornografischen Inhalte nun endlich gelöscht. Aber scheinbar müssen die Opfer weiterhin darauf warten, dass endlich sinnvoll agiert wird, denn dank Frau Malmström ist die Websperren-Diskussion auch in Deutschland wieder in vollem Gange. Herr Bosbach hat sich schon häufig als Verfechter von sehr zweifelhaften Ideen gezeigt. Auch sein Umgangston zeugt von seinen Mann-fürs-Grobe-Qualitäten. Daher war es nicht verwunderlich, dass er gleich neben Frau Malmström Platz genommen hat. Und zwar auf einer neuen Sau, die von Frau Malmström durchs Dorf getrieben wurde. Diese verkündete Ende März, dass wir nun endlich der kinderpornografischen Flut im Internet Herr werden müssten. Und das, wer hätte es gedacht, mit Hilfe von Netzsperren. Genau, das waren die Sperren, die mittels kurzer Anleitung von jedem - und eben nicht nur wenigen "Hackern", wie Frau Malmström behauptet, mühelos umgangen werden können. Kurz schien es, als hätten auch die deutschen Politiker dies begriffen. Aber weit gefehlt, denn nicht nur Herr Bosbach und Frau Malmström sitzen Säbel-rasselnd auf der armen Sau, auch z. B. Herr Uhl und der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) erheben erneut ihre Stimme für Websperren. Während sich Herr Uhl einen politischen Schlagabtausch mit Frau Leutheusser-Schnarrenberger leistet und dabei mal wieder Wortklauberei der hohen Schule betrieben wird, versucht der BDK das Thema deutlich subtiler, schon fast hypnotisierend in das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen. Dabei macht der BDK aber noch lange nicht vor kinderpornografischen Inhalten Halt, zumindest hat man diesen Eindruck, wenn man die Ankündigung zu "web-patrol" liest:
Wer den ganzen Artikel lesen möchte, findet unten den entsprechenden Link. Auf den Inhalt werde ich in einem anderen Artikel genauer eingehen.
Bei diesen vielen mehr oder weniger ernstzunehmenden Angriffen auf den scheinbar rechts-freien Raum "Internet" kommt die Frage auf, ob es hier wirklich um die Bekämpfung und Prävention von sexuellem Missbrauch geht. Zumal ungefähr 90% der sexuell missbrauchten Kinder den Täter persönlich kennen und oft ein Vertrauensverhältnis zu ihm haben, da er aus dem sozialen Umfeld der Familie kommt. Statt öffentlichkeitswirksamer, aber sinnfreier Forderungen zur Regulierung des Internets, sollten Maßnahmen gegen Missbrauch von Kindern wieder da ansetzen, wo Missbrauch hauptsächlich passiert. Wenn die Bilder und Filme per Post oder E-Mail verschickt werden, ist es bereits zu spät. Anstatt Aktionismus vorzugaukeln und medienwirksame Reden zu schwingen, müssen wir die wahren Probleme erkennen und uns diesen stellen. Stopp-Schilder und Netzsperren helfen uns dabei aber nicht. Im Gegenteil, sie täuschen uns eine heile Welt vor, die so nicht existiert. Wegschauen war schon immer einfacher und wenn das Wegschauen dann auch noch staatlich verordnet wird, können wir uns alle aus unserer Verantwortung stehlen und einem weiteren Täter freie Hand zu lassen. Wir alle haben es in der die Hand, ob wir bei Kindesmissbrauch nur angewidert reagieren oder wirklich etwas tun, damit in unserem Umfeld Kinder unbeschwert und glücklich heranwachsen können. Quelle und Links:
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 31. August 2010 um 20:59 Uhr |