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openmind 2010 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Lambeck   
Samstag, den 02. Oktober 2010 um 20:37 Uhr

Vom zweiten  bis dritten Oktober fand in Kassel die openmind 2010 statt. Bei dieser Veranstaltung ging es um Themen, die möglicherweise die zukünftige Ausrichtung der Piratenpartei in Deutschland beeinflussen. Was ist unser Verständnis von Freiheit, Demokratie und Selbstregulierung? Was kann eine Gesellschaftsvision für das digitale Zeitalter sein? Für die Diskussion dieser Themen waren auch Netzpolitiker, -aktivisten und -philosophen eingeladen. Dadurch ergaben sich interessante Diskussionen, weil die Aktivisten von außerhalb der Partei naturgemäß neue Ideen einbrachten.

 

Die für mich interessantesten Veranstaltungen des ersten Tages waren der Vortrag "Warum Eigentum nicht geistig sein kann", bei dem es darum ging, aus den Eigentumstheorien herzuleiten, warum es das Konstrukt des sogenannten "geistigen Eigentums" nicht geben kann und zum Tagesausklang die Podiumsdiskussion "Datenschutz vs. Post Privacy", welche im Wesentlichen von zwei Punkten geprägt wurde:

1. Kann es in Zukunft überhaupt Datenschutz nach heutiger Vorstellung geben, wenn die Speicherkapazität für Daten und die Vernetzung unseres Privatlebens sich immer weiter entwickeln.

2. Soll die Arbeit innerhalb der Piratenpartei selbst vollkommen transparent sein? (Also auch die Aktivitäten und Meinungen von Parteimitgliedern, die keine Kandidaten für Wahlen oder Vorstandsmitglieder sind?)

Dabei stießen wir auf interessante Fragen wie z.B. "Gibt es schädlichen Datenschutz?" oder "Wird Überwachung dadurch besser, wenn sie transparent gemacht wird?"

Der Tag endete mit vielen Gesprächen bis in die späte Nacht hinein.

 

Am zweiten Tag standen wieder mehrere Vorträge auf dem Plan. In "Welche Arbeit darf's denn sein?" ging es um Selbstbestimmung und Eigenverantwortung - vor allem in der Arbeitswelt von morgen. Wir diskutierten hier über die mögliche Entwicklung des Arbeitsmarktes in diese Richtung und über Maßnahmen, die erforderlich sein könnten, dies zu ermöglichen ohne Menschen mit ihren individuellen Hemmschwellen oder Problemen dabei zu "verlieren" und damit wieder eine 2-Klassen-Gesellschaft zu etablieren. In einem weiteren Vortrag ging es um das Vorkommen des Begriffs "Freiheit" in den Programmen der etablierten Parteien und im Grundgesetz. Weitere Themen waren "Prediction Markets" zur Vorhersagenfindung, der Wandel zur Informationsgesellschaft, Vision einer freien Wissensordnung und viele mehr.

Leider reichte die Zeit nicht, alle Veranstaltungen zu besuchen.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 03. Oktober 2010 um 16:48 Uhr
 

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