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Die Piraten und Stuttgart 21 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Alexander Eichel   
Donnerstag, den 02. September 2010 um 00:00 Uhr

Das Projekt Stuttgart 21, also der Umbau des Stuttgarter Bahnknotens in einen Durchgangsbahnhof und die Schnellbahntrasse nach Ulm, bewegen die Region Stuttgart schon seit über einem Jahrzehnt.

Vor allem im letzten Jahr wurden die Proteste immer stärker und erreichten in der vergangenen Woche ihren Höhepunkt. Der 25. August 2010, der Tag an dem die Abbrucharbeiten am Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs begannen, brachte die Schwabenmetropole zum Erliegen, weil Demonstranten die Hauptverkehrsstraßen blockierten.

 s21DemoDie Piratenpartei hatte sich lange aus dem Thema Stuttgart 21 herausgehalten. Dies wurde uns in den letzten Wochen von verschiedenen Seiten vorgeworfen, doch hatte dies einen einfachen praktischen Hintergrund. Der Landesverband Baden-Württemberg trat zwar schon vor längerer Zeit dem Aktionsbündnis K21 bei, wurde für diesen Schritt aber auch stark kritisiert, weil diese politische Stellungnahme nicht ausreichend mit den Mitgliedern abgesprochen wurde. Eine Umfrage unter den Mitgliedern ergab kein einheitliches Bild für oder gegen Stuttgart 21. Letzten Endes verabschiedete der 2. Landesparteitag 2010 im Juni 2010 eine Position [1].

 Darin wird gefordert, keine unumkehrbaren Arbeiten wie den Abriss der Seitenflügel und das Fällen von Bäumen durchzuführen. Stattdessen werden eine Offenlegung der Planungsunterlagen und eine Bewertung durch unabhängige Sachverständige gefordert. Eine anschließende Bürgerbeteiligung, die in Form eines Volksentscheides erfolgen könnte, ist nach Ansicht der Piraten notwendig. Nur so können die Bürger in angemessener Form an der Entscheidungsfindung beteiligt werden.

 s21BannerDamit vertreten die Piraten ein differenzierteres Bild als die anderen Parteien. Es wird kritisiert, dass die Entscheidungsfindung unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgte und durch die Vorenthaltung von Informationen eine kritische Auseinandersetzung der Bürger mit dem Thema kaum möglich ist. Aus diesen Gründen sind auch seit dem Landesparteitag Mitglieder der Piratenpartei auf den Demonstrationen gegen Stuttgart 21 vertreten. Auch Ludwigsburger Piraten sind regelmäßig anwesend und nutzen diese Form der demokratischen Beteiligung.

 

Ludwigsburger Piraten waren auch am 25. August anwesend und haben sich an den Protesten beteiligt. Im Laufe des Tages wurden durch Demonstranten Züge und Straßen blockiert. Trotz der angespannten Situation verliefen die Proteste aber weiterhin friedlich. Eine in der Presse beschriebene Blockade von Rettungskräften fand nach Augenzeugenberichten nicht statt. Die Fahrzeuge der Feuerwehr wurden sofort durchgelassen und durch in die Freiräume drängende Autofahrer mehr behindert als durch die Demonstranten.

 

Erste Erfolge hatten die seit letzter Woche anhaltenden Proteste in Form eines Gesprächsangebots des Bahnchefs, der sich mit den Kritikern treffen will [2]. Leider wirkt dieses Angebot bisher eher, als wolle man so die Proteste bis zum Herbst eindämmen und danach darauf hoffen, dass das schlechte Wetter die Demonstranten abschreckt.

 

Die Demonstrationen müssen daher weiter fortgesetzt werden und je näher die Landtagswahl 2011 kommt, desto mehr ist vor allem mit einem Einlenken der Politiker der aktuellen schwarz-gelben Landesregierung zu rechnen.

 

[1] http://wiki.piratenpartei.de/Landesverband_Baden-Württemberg/Antragsfabrik/Stuttgart21

[2] http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,714362,00.html

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 16. Januar 2011 um 16:59 Uhr
 

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